Servatiuskapelle Feusdorf

Eine erste Kirche in Feusdorf, damals Servatiuskapelle, wird im Jahre 1543 erwähnt, als die Pfarrei Esch mit Johann Schnyder einen neuen Pastor erhält. Feusdorf war schon immer Pfarrfiliale von Esch. Bis 1802 gehörte die Pfarrei Esch zum kölnischen Eifeldekanat, kam dann 1802 zur französischen, 1821 zur neuen Diözese Trier.
Dekanatsmäßig ist die Pfarrei seit 1869 Hillesheim unterstellt.
Der bis heute erhaltene gotische Chor weist auf das 17. Jahrhundert als Entstehungszeit hin. Die alte Kapelle wurde in ihrer ursprünglichen Form in mehreren Bauabschnitten errichtet. Über eine erste größere Instandsetzung wird 1754 berichtet, dem im Jahre 1804 eine Verlängerung nach Westen folgte. Durch einen Blitzschlag wurde das kleine Gotteshaus im Jahres 1848 zusammen mit drei angrenzenden Wohngebäuden mit Stallungen völlig vernichtet. Mit dem Wiederaufbau wurde noch im gleichen Jahre begonnen. Von der Feuerversicherung bekam die Gemeinde damals einen Zuschuss von 3000 Talern.

 


Die Kapelle war ein einfach geputzter Bruchsteinbau, das Schiff im lichten Maße von 4,05 x 11,82 m, der Chor 4,22 m breit und 4,32 m tief. Damals sicherlich ein kleines und sehr bescheidenes Gotteshaus. Den Anforderungen der Zeit, insbesondere durch die steigende Einwohnerzahl, wurde die kleine Kapelle Mitte der sechziger Jahre nicht mehr gerecht. Unter Pastor Augustin Opperskalski erfolgte im Jahre 1968 eine grundlegende Erweiterung. Das Schiff mit Glockenturm wurde abgerissen, während der Chor wegen seines besonderen Baustils erhalten werden musste und sich heute harmonisch an das wesentlich vergrößerte Schiff anfügt. nach fast zweijähriger Bauzeit konnte die neue Filialkirche von Dechant Neumeyer aus Stadtkyll am 12. April 1970 feierlich konsekriert werden. Die Baukosten  betrugen rund 180.000 DM, wovon allein rund 40.00 DM von den Pfarrangehörigen durch Spenden aufgebracht wurden. Als Patron ist 1543 der Hl. Servatius genannt. 1687 erhielt die Kapelle Reliquien des Hl. Germanus, dem 1775 ein Altar errichtet wurde. Der Hauptaltar stammt aus dem Jahre 1776, im Rahmen die Hl. Maria Magdalena (die Büßerin) vor einer Felsenlandschaft, auf den Seiten kleine Statuen der Mutter Gottes und des Evangelisten Johannes. Der zweite Seitenaltar stammt ebenfalls au der Renaissancezeit und zeigt als Standbild Maria mit dem Kinde.
Den Gläubigen zugewandt steht vor dem gotischen Chor ein schlichter Gabentisch aus Marmorstein, an dem heute das Messopfer gefeiert wird. Eine Besonderheit ist in der Vorhalle zu sehen: ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes gusseisernes Grabkreuz, welches noch vor der Entstehung des Jünkerather Eisenwerks in einem Eifelbetrieb gefertigt worden ist. In früherer Zeit wurde dieses Kreuz auf das letzte Erwachsenengrab gestellt.
Der Friedhof lag seit jeher bei der Kapelle. Wegen der hier sehr beengten Lage war dieser jedoch bald zu klein geworden. Am Ortsausgang nach Esch wurde von der Gemeinde ein neuer Friedhof angelegt (1962) und der alte Friedhof für Neubelegungen geschlossen. Auf dem neuen Friedhof ließ die Gemeinde 1967 noch eine Aufbahrungshalle errichten. Zusammen mit dem angrenzenden Ehrenmal für die Opfer der beiden Weltkriege bietet die Anlage einen ruhigen und beschaulichen Ort der Besinnung.

Servatiuskapelle vor dem Umbau 1968